Was bedeutet Prophylaxe für die Zähne?
Prophylaxe sind in diesem Sinne alle Massnahmen, die der Vermeidung von
Karies und Zahnverlust dienen. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass durch
richtig und regelmäßig durchgeführte Mundhygienemaßnahmen,
wie das tägliche Zähneputzen, (zahn-)gesunde Ernährung
und regelmässige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt oder
der Hygienikerin die Zähne und der Zahnhalteapparat ("Parodont")
dauerhaft gesund erhalten werden können.
Vorbeugen ist besser als Heilen und allemal besser und angenehmer
als Bohren oder Ziehen!
- Zähneputzen - dreimal täglich, lieber gründlich
(mindestens zwei Minuten), als häufig. Und nach Möglichkeit
mit einer fluoridhaltigen und nicht zu abrasiven, also die Zahnsubstanz
abtragenden Zahnpasta.
- Gründliche Speiserestentfernung beispielsweise mittels einer
Munddusche.
- Regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume, zum Beispiel
mit Zahnseide, speziellen Zwischenraumbürsten, Zahnhölzern
oder ähnlichem.
- Sicherstellung einer ausreichenden Fluoridzufuhr durch Einnahme von
Fluor-Tabletten oder Verwendung von fluorhaltigem Kochsalz.
Damit Sie auch zu Hause eine optimale Mundhygiene betreiben können,
beraten wir Sie gerne über die richtige Ernährung, die richtige
Zahnputztechnik und die notwendigen Hilfsmittel, wie Zahnseide, Munddusche,
Zahnzwischenraumbürsten. Bei erhöhtem Risiko an Parodontose
und Karies erstellen wir für Sie ein Individualprogramm, das speziell
auf Ihre Erfordernisse abgestimmt ist.
Auch die beste Pflege hat Grenzen....
Trotz guter, regelmässiger Zahnpflege können sich aber an
den Zähnen mit ihren vielen Nischen, Furchen und Kontaktstellen mit
der Zeit wieder Bakterienbeläge bilden. Diesen zu Leibe zu rücken,
ist die Aufgabe der professionellen Zahnpflege. Hauptansatzpunkte
dabei sind:
- Entfernung der harten und weichen Beläge, bekannt als Zahnstein
und Plaque;
- Glättung von rauen Zahnoberflächen und überstehenden
Füllungsrändern;
- Instruktion der geeigneten Hilfsmittel zur individuellen Pflege.
Da sich nicht alle Beläge hundertprozentig mit der Zahnbürste,
Zahnseide oder Zahnhölzern entfernen lassen, verfügen Profis
über eine Reihe von Instrumenten, deren Handhabung eine spezielle
Schulung erfordert - also im häuslichen Zahnpflegealltag nicht einsetzbar
sind. Vor allem die maschinelle Methode mit dem Ultraschallgerät
zur Zahnsteinentfernung verbietet sich mangels Gerät für den
Hausgebrauch, aber auch manuelle Instrumente wie Küretten und Scaler
zum Entfernen harter Beläge von den Zähnen selbst und Polierstreifen
aus Leinen oder Metall für die Zahnzwischenräume müssen
perfekt beherrscht werden, um den gewünschten Behandlungserfolg sicherzustellen
und keine Verletzungen zu riskieren. Fragen Sie in Ihrer Zahnarztpraxis,
ob es dort eine Dentalhygienikerin oder eine speziell geschulte Prophylaxehelferin
gibt.
Bakterienbeläge treten in verschiedenen Konsistenzen auf und lassen
sich unterschiedlich leicht entfernen:
- Speisereste, manchmal reicht ein Zungenschleck - und sie sind
weg!
- Die materia alba, eine weiße Schicht aus "totem"
Material, Bakterien, Zellen und Eiweißresten - dagegen hilft spülen,
duschen, putzen.
- Plaque haftet sehr fest am Zahn und lässt sich auch mit
der Munddusche nicht wegspülen; sie muss mit Zahnbürste und
Zahnseide entfernt werden.
- Zahnstein, eine harte Ablagerung, die mit Zahnbürste und
Zahnseide nicht entfernt werden kann.
Die Entfernung von Zahnstein und -belägen stellt meist den ersten
Schritt der professionellen Zahnpflege dar. Darauf folgt in der Regel
die Politur der Zahnflächen mit feinkörnigen Pasten, die mittels
spezieller Prophylaxekelche oder -bürsten aufgetragen werden. Zwischen
den Zähnen wird mit den erwähnten Polierstreifen oder mit verschiedenen
maschinellen Instrumenten poliert. Abschließend werden häufig
fluorhaltige Gelees oder Zahnlacke auf die polierten Zähne aufgetragen,
um einen Langzeitschutz zu erzielen.
Risse und Furchen im Zahn, die sogenannten Fissuren, die auch durch die
professionelle Pflege nicht gänzlich gereinigt werden können,
sind dank moderner Techniken mittlerweile so dicht zu verschließen
oder zu versiegeln, dass die anschließende Pflege keinerlei Probleme
mehr bereitet. Ähnlich einem gut versiegelten Parkettfußboden
bieten professionell gepflegte Zähne schädlichen Schmutzpartikeln
kaum einen Halt.
Was Sie weiter für Ihre Mund- und Zahngesundheit tun können:
Nichtrauchen:
Rauchen schwächt das Abwehrsystem des Körpers; er kann sich
deshalb gegen die Bakterien viel schlechter wehren. Gerade in der Mundhöhle,
die am intensivsten mit dem Rauch in Kontakt kommt, kann dies verheerende
Folgen haben.
Süßes:
Gegen den Genuss gesüßter Speisen und Getränke ist nicht
unbedingt etwas einzuwenden, sofern die Zähne möglichst sofort
nach dem Genuss gereinigt werden. Dies gilt übrigens auch für
klebriges Obst, beispielsweise Bananen, oder stärkehaltige Speisen
wie Kartoffelchips und Ähnlichem. Eine Spülung mit Wasser oder
ein zahnschonender Kaugummi ist besser als nichts, kann aber nie die gründliche
mechanische Reinigung ersetzen.
Saures:
Zucker ist allerdings nicht das Einzige, was Limonaden, Soft-Drinks und
viele Fruchtsäfte zu einer Gefahr für Mund und Zähne macht,
auch die darin enthaltenen Säuren können schwere Schäden
verursachen. Sie werden zwar teilweise durch den Speichel neutralisiert
und abtransportiert, dennoch kann hier das Nachspülen mit Wasser
oder der Genuss zuckerfreier, am besten noch xylithaltiger Kaugummis helfen,
diesen Vorgang zu beschleunigen. Um Erosionen vorzubeugen, sollten die
Zähne nach dem Genuss säurehaltiger Speisen und Getränke
nicht gleich geputzt werden, sondern frühestens nach einer halben
Stunde.
Fluorid:
Die Verwendung fluoridhaltigen Speisesalzes unterstützt die Remineralisierung
des Zahnschmelzes und macht ihn widerstandsfähiger. Fluorid ist auch
im Trinkwasser - allerdings in sehr unterschiedlicher Konzentration -
, in Zahnpasten und Mundspülungen enthalten.
Kinder
Die von Kinderärzten häufig für Säuglinge in den ersten
zwei Lebensjahren verordnete Gabe von Fluoridtabletten ist sicher sinnvoll.
Ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollte dann aber die tägliche
Reinigung mit einer reduziert fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (nach Empfehlung
der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit
maximal 500 ppm Fluorid) erfolgen. Ab dem zweiten Geburtstag sollten die
Milchzähne auf diese Weise zweimal täglich geputzt werden. Besser
ist allerdings die Verwendung normaler fluorhaltiger Zahnpasta (bei Kleinkindern
nur unter Aufsicht!), wobei dann aber keine Fluoridtabletten verabreicht
werden sollten.
Spülungen
Nach dem Zähneputzen oder zwischendurch mit einer fluoridhaltigen
Mundspülung spülen bekämpft die Bakterien und härtet
den Zahnschmelz. Nur kurzzeitig und kontrolliert zu empfehlen ist hingegen
die Anwendung von Chlorhexidinhaltigen Mitteln zur Bakterienreduktion
und als Plaquebremse. Chlorhexidin wird in Mundspüllösungen,
Gelées und Lacken angeboten, sollte aber nur in Absprache mit der
Zahnärztin oder dem Zahnarzt und nur für begrenzte Zeit angewandt
werden.
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