Was bedeutet Prophylaxe für die Zähne?

Prophylaxe sind in diesem Sinne alle Massnahmen, die der Vermeidung von Karies und Zahnverlust dienen. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass durch richtig und regelmäßig durchgeführte Mundhygienemaßnahmen, wie das tägliche Zähneputzen, (zahn-)gesunde Ernährung und regelmässige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt oder der Hygienikerin die Zähne und der Zahnhalteapparat ("Parodont") dauerhaft gesund erhalten werden können.

Vorbeugen ist besser als Heilen und allemal besser und angenehmer als Bohren oder Ziehen!

  1. Zähneputzen - dreimal täglich, lieber gründlich (mindestens zwei Minuten), als häufig. Und nach Möglichkeit mit einer fluoridhaltigen und nicht zu abrasiven, also die Zahnsubstanz abtragenden Zahnpasta.
  2. Gründliche Speiserestentfernung beispielsweise mittels einer Munddusche.
  3. Regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume, zum Beispiel mit Zahnseide, speziellen Zwischenraumbürsten, Zahnhölzern oder ähnlichem.
  4. Sicherstellung einer ausreichenden Fluoridzufuhr durch Einnahme von Fluor-Tabletten oder Verwendung von fluorhaltigem Kochsalz.

Damit Sie auch zu Hause eine optimale Mundhygiene betreiben können, beraten wir Sie gerne über die richtige Ernährung, die richtige Zahnputztechnik und die notwendigen Hilfsmittel, wie Zahnseide, Munddusche, Zahnzwischenraumbürsten. Bei erhöhtem Risiko an Parodontose und Karies erstellen wir für Sie ein Individualprogramm, das speziell auf Ihre Erfordernisse abgestimmt ist.

Auch die beste Pflege hat Grenzen....
Trotz guter, regelmässiger Zahnpflege können sich aber an den Zähnen mit ihren vielen Nischen, Furchen und Kontaktstellen mit der Zeit wieder Bakterienbeläge bilden. Diesen zu Leibe zu rücken, ist die Aufgabe der professionellen Zahnpflege. Hauptansatzpunkte dabei sind:

  • Entfernung der harten und weichen Beläge, bekannt als Zahnstein und Plaque;
  • Glättung von rauen Zahnoberflächen und überstehenden Füllungsrändern;
  • Instruktion der geeigneten Hilfsmittel zur individuellen Pflege.

Da sich nicht alle Beläge hundertprozentig mit der Zahnbürste, Zahnseide oder Zahnhölzern entfernen lassen, verfügen Profis über eine Reihe von Instrumenten, deren Handhabung eine spezielle Schulung erfordert - also im häuslichen Zahnpflegealltag nicht einsetzbar sind. Vor allem die maschinelle Methode mit dem Ultraschallgerät zur Zahnsteinentfernung verbietet sich mangels Gerät für den Hausgebrauch, aber auch manuelle Instrumente wie Küretten und Scaler zum Entfernen harter Beläge von den Zähnen selbst und Polierstreifen aus Leinen oder Metall für die Zahnzwischenräume müssen perfekt beherrscht werden, um den gewünschten Behandlungserfolg sicherzustellen und keine Verletzungen zu riskieren. Fragen Sie in Ihrer Zahnarztpraxis, ob es dort eine Dentalhygienikerin oder eine speziell geschulte Prophylaxehelferin gibt.

Bakterienbeläge treten in verschiedenen Konsistenzen auf und lassen sich unterschiedlich leicht entfernen:

  1. Speisereste, manchmal reicht ein Zungenschleck - und sie sind weg!
  2. Die materia alba, eine weiße Schicht aus "totem" Material, Bakterien, Zellen und Eiweißresten - dagegen hilft spülen, duschen, putzen.
  3. Plaque haftet sehr fest am Zahn und lässt sich auch mit der Munddusche nicht wegspülen; sie muss mit Zahnbürste und Zahnseide entfernt werden.
  4. Zahnstein, eine harte Ablagerung, die mit Zahnbürste und Zahnseide nicht entfernt werden kann.

Die Entfernung von Zahnstein und -belägen stellt meist den ersten Schritt der professionellen Zahnpflege dar. Darauf folgt in der Regel die Politur der Zahnflächen mit feinkörnigen Pasten, die mittels spezieller Prophylaxekelche oder -bürsten aufgetragen werden. Zwischen den Zähnen wird mit den erwähnten Polierstreifen oder mit verschiedenen maschinellen Instrumenten poliert. Abschließend werden häufig fluorhaltige Gelees oder Zahnlacke auf die polierten Zähne aufgetragen, um einen Langzeitschutz zu erzielen.

Risse und Furchen im Zahn, die sogenannten Fissuren, die auch durch die professionelle Pflege nicht gänzlich gereinigt werden können, sind dank moderner Techniken mittlerweile so dicht zu verschließen oder zu versiegeln, dass die anschließende Pflege keinerlei Probleme mehr bereitet. Ähnlich einem gut versiegelten Parkettfußboden bieten professionell gepflegte Zähne schädlichen Schmutzpartikeln kaum einen Halt.

Was Sie weiter für Ihre Mund- und Zahngesundheit tun können:

Nichtrauchen:
Rauchen schwächt das Abwehrsystem des Körpers; er kann sich deshalb gegen die Bakterien viel schlechter wehren. Gerade in der Mundhöhle, die am intensivsten mit dem Rauch in Kontakt kommt, kann dies verheerende Folgen haben.

Süßes:
Gegen den Genuss gesüßter Speisen und Getränke ist nicht unbedingt etwas einzuwenden, sofern die Zähne möglichst sofort nach dem Genuss gereinigt werden. Dies gilt übrigens auch für klebriges Obst, beispielsweise Bananen, oder stärkehaltige Speisen wie Kartoffelchips und Ähnlichem. Eine Spülung mit Wasser oder ein zahnschonender Kaugummi ist besser als nichts, kann aber nie die gründliche mechanische Reinigung ersetzen.

Saures:
Zucker ist allerdings nicht das Einzige, was Limonaden, Soft-Drinks und viele Fruchtsäfte zu einer Gefahr für Mund und Zähne macht, auch die darin enthaltenen Säuren können schwere Schäden verursachen. Sie werden zwar teilweise durch den Speichel neutralisiert und abtransportiert, dennoch kann hier das Nachspülen mit Wasser oder der Genuss zuckerfreier, am besten noch xylithaltiger Kaugummis helfen, diesen Vorgang zu beschleunigen. Um Erosionen vorzubeugen, sollten die Zähne nach dem Genuss säurehaltiger Speisen und Getränke nicht gleich geputzt werden, sondern frühestens nach einer halben Stunde.

Fluorid:
Die Verwendung fluoridhaltigen Speisesalzes unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes und macht ihn widerstandsfähiger. Fluorid ist auch im Trinkwasser - allerdings in sehr unterschiedlicher Konzentration - , in Zahnpasten und Mundspülungen enthalten.

Kinder
Die von Kinderärzten häufig für Säuglinge in den ersten zwei Lebensjahren verordnete Gabe von Fluoridtabletten ist sicher sinnvoll. Ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollte dann aber die tägliche Reinigung mit einer reduziert fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit maximal 500 ppm Fluorid) erfolgen. Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Milchzähne auf diese Weise zweimal täglich geputzt werden. Besser ist allerdings die Verwendung normaler fluorhaltiger Zahnpasta (bei Kleinkindern nur unter Aufsicht!), wobei dann aber keine Fluoridtabletten verabreicht werden sollten.

Spülungen
Nach dem Zähneputzen oder zwischendurch mit einer fluoridhaltigen Mundspülung spülen bekämpft die Bakterien und härtet den Zahnschmelz. Nur kurzzeitig und kontrolliert zu empfehlen ist hingegen die Anwendung von Chlorhexidinhaltigen Mitteln zur Bakterienreduktion und als Plaquebremse. Chlorhexidin wird in Mundspüllösungen, Gelées und Lacken angeboten, sollte aber nur in Absprache mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt und nur für begrenzte Zeit angewandt werden.